Erhöhtes Bußgeld statt Fahrverbot

Zweimal innerhalb weniger Wochen wurde eine junge Frau mit erhöhter Geschwindigkeit von mehr als 26 km/h erwischt. Ein Fahrverbot konnte ihr Anwalt trotzdem für sie verhindern.

Vor Gericht zeigte die Immobilienmanagerin sich einsichtig, bat aber darum, vom Fahrverbot abzusehen. Auf ihren Führerschein sei sie beruflich angewiesen, nahezu täglich müsse sie weite Strecken quer durch Deutschland zurücklegen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln seien die Wege nicht zu erledigen. Einen zusammenhängenden Jahresurlaub für die Dauer des Fahrverbotes zu nehmen, sei nicht möglich. Auch die Einstellung eines Chauffeurs sei bei einem Bruttogehalt von 1.800 Euro nicht bezahlbar.

Der Richter zeigte Verständnis. Wegen unangemessener Härte verzichtete er auf das Fahrverbot. Auf Antrag des Anwaltes bewilligte er der Autofahrerin zudem Ratenzahlung für das deutlich erhöhte Bußgeld von 480 Euro.

Quelle(n): Amtsgericht Lüdenscheid Urteil vom 21. August 2011 Aktenzeichen: 80 OWi-766 Js 642/10-212/10

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