Radfahrer vs. Fußgänger

Der Fall:

Der Kläger befuhr mit seinem Fahrrad den mit Kennzeichen Z 240 gekennzeichneten Fuß- und Radweg, der an einem Grundstück entlangführte. Die Beklagte trat aus dem Tor des sich dort befindlichen Gemeindezentrums auf den Gehweg. Der Lenker des Fahrrads des Klägers verfing sich in der Handtasche der Beklagten, sodass der Kläger mit dem Fahrrad stürzte und sich schwer am Kopf verletzte. Der Radfahrer machte deshalb gegenüber der beklagten Fußgängerin Schadensersatzansprüche und Schmerzensgeld von über 100.000 € geltend.

Sowohl das Landgericht in erster Instanz als auch das OLG in zweiter Instanz haben die Klage des Radfahrers abgewiesen beziehungsweise die Berufung zurückgewiesen.

Tritt ein Fußgänger aus einem Hofeingang auf einen gemeinsamen Geh-und Radweg gemäß Zeichen 240 zu § 41 StVO, muss er nicht mit einem nah an der Fassade entlang fahrenden Radfahrer rechnen. Er haftet deshalb nicht für Schäden, die durch eine Kollision in dieser Situation entstehen.

 

Quelle(n): OLG Frankfurt - 22 U 10/11 - NZV 2013, 389

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