Artikel vom 05.06.2024

Rettungseigenschaften bei Elektrofahrzeugen: Untersuchung am Opel Ampera-E

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen stellt sich die Frage nach der Rettungssicherheit bei Verkehrsunfällen. Um die Herausforderungen und Möglichkeiten bei der Rettung von Insassen aus Elektrofahrzeugen zu untersuchen, wurde ein Opel Ampera-e mit massivem Frontschaden als Beispiel herangezogen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der technischen Rettung und gibt Einblicke in die Ergebnisse der durchgeführten Tests.

Integrierte Sicherheit: Rettung aus Elektrofahrzeugen

Elektrofahrzeuge wie der Opel Ampera-e können mit den gleichen Schneid- und Spreizwerkzeugen bearbeitet werden wie konventionelle Fahrzeuge. Bewährte Methoden zum Trennen von Fahrzeugsäulen und Spreizen von Fahrzeugteilen bleiben somit auch bei Elektroautos anwendbar. Dies ist entscheidend, um Rettungskräfte nicht vor neue, unerwartete Herausforderungen zu stellen.

Deaktivierung des Elektroantriebs und Hochvoltsysteme

Ein wichtiger Aspekt bei der Rettung aus Elektrofahrzeugen ist die sichere Deaktivierung des Elektroantriebs und der Hochvolt-Systeme. Rettungskräfte können diese Systeme zuverlässig ausschalten, um ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen. Das umfangreiche Rettungsdatenblatt des Opel Ampera-e enthält alle notwendigen Informationen, um dies zu ermöglichen.

Funktion des Notrufs und der Kennzeichenabfrage

Der Opel Ampera-e ist mit einem zuverlässigen Notrufsystem (OnStar) ausgestattet, das im Falle eines Unfalls wichtige Daten an die Notrufleitstelle übermittelt. Ebenso funktioniert die Kennzeichenabfrage zuverlässig und liefert das korrekte elektronische Rettungsdatenblatt, was die Effizienz der Rettungsmaßnahmen erheblich steigert.

Tertiäre Sicherheit: Grundlagen der technischen Rettung

Die erste Stunde nach einem Unfall, auch bekannt als „Golden Hour of Shock“, ist entscheidend für das Überleben der schwerverletzten Opfer. Die Rettungskette, ein Modell zur Optimierung der Rettungszeit, teilt diese Stunde in drei Abschnitte von jeweils 20 Minuten ein: Alarmierung und Anfahrt, Verweildauer am Unfallort sowie medizinische Versorgung und Transport in eine geeignete Klinik. Feuerwehren haben somit nur 20 Minuten Zeit, um die Rettung durchzuführen, ohne die Überlebenschancen der Verletzten zu gefährden.

Rettungsgeräte und ihre Anwendung

Feuerwehren nutzen verschiedene Rettungsgeräte, um Menschen aus verunfallten Fahrzeugen zu befreien. Zu den wichtigsten zählen hydraulische Rettungsgeräte wie Rettungsschere, Rettungsspreizer und Rettungszylinder. Diese Geräte sind entscheidend, um verformte Fahrzeugstrukturen zu durchtrennen und den Zugang zu den Insassen zu ermöglichen.

Im Rahmen der Untersuchung wurde getestet, wie sich die seitlichen Türen des Opel Ampera-e entfernen lassen, um eine große Seitenöffnung zu schaffen. Dabei kamen hydraulische Scheren und Spreizer zum Einsatz, um die B-Säule zu durchtrennen und die Türen aus den Scharnieren zu lösen.

Ergebnisse der Schneidversuche

Die Tests zeigten, dass herkömmliche Schneidgeräte wie hydraulische Scheren effektiv eingesetzt werden können, um verunfallte Insassen aus dem Opel Ampera-e zu befreien. Die Türen ließen sich problemlos entfernen, und alle Beschläge bestanden aus Metall, was die Arbeit erleichterte.

Auch übliche Spreizgeräte wie Rettungszylinder und Rettungsspreizer erwiesen sich als geeignet, um Fahrzeugstrukturen vom Patienten wegzudrücken. Das Erweitern des Fußraumes nach diagonal vorn und oben war möglich, erforderte jedoch präzises Ansetzen und eine sorgfältige Vorbereitung der Strukturen.

Standardisierte Maßnahmen zur Rettung

Die Ergebnisse der Tests legen nahe, dass standardisierte Rettungsmaßnahmen auch bei Elektrofahrzeugen funktionieren. Feuerwehren sollten sich intensiv mit den technischen Dokumentationen der Fahrzeuge, insbesondere dem Rettungsdatenblatt, vertraut machen und die Deaktivierung des Elektroantriebs üben.

Um eine effektive Fußraumerweiterung zu ermöglichen, ist es wichtig, die Fahrzeugstruktur maximal zu schwächen. Dies erfordert präzises Arbeiten und eine gute Vorbereitung der zu bearbeitenden Bereiche.

Nutzung von Informationssystemen

Aufgrund der Komplexität moderner Elektrofahrzeuge ist die Nutzung von Informationssystemen zur Erkundung des Fahrzeuges unverzichtbar. Diese können sowohl softwaregestützt durch automatischen Notruf und Kennzeichenabfrage als auch in Papierform vorliegen. Das Rettungsdatenblatt ist hierbei essenziell, um eine sichere und schnelle Rettung zu gewährleisten.

Die Untersuchung am Opel Ampera-e zeigt, dass herkömmliche Rettungswerkzeuge und -methoden auch bei Elektrofahrzeugen effektiv angewendet werden können. Die sichere Deaktivierung des Elektroantriebs und die Nutzung umfangreicher Rettungsdatenblätter sind dabei von zentraler Bedeutung. Durch die intensive Beschäftigung mit den technischen Details der Fahrzeuge und die Nutzung moderner Informationssysteme können Rettungskräfte ihre Einsätze sicher und effizient gestalten, um die Überlebenschancen der Insassen zu maximieren.


Quelle(n): https://www.adac.de/der-adac/unsere-verantwortung/unfallforschung/


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