Führerschein auf Probe - Informieren Sie sich hier

Der erste Führerschein des Lebens ist eine Fahrerlaubnis auf Probe (FaP).

Die Probezeit dauert zwei Jahre. Sie dient der Bewährung und bedeutet keine Beschränkung oder Befristung der Gültigkeit des Führerscheins. Grund sind die hohen Unfallstatistiken bei jungen Fahrern, hervorgerufen durch Unerfahrenheit und jugendliche Risikobereitschaft. Bei gravierenden Verstößen gegen Verkehrsregeln können aus den zwei Jahren dann schnell auch vier werden.

Während der Zwei-Jahres-Frist gelten für Fahranfänger strengere Regeln als normal. Die wohl bekannteste ist das absolute Alkoholverbot, das sowohl für die Probezeit als auch grundsätzlich bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gilt.

Ausschließlich für Fahranfänger in der Probezeit gibt es neben Bußgeld und Punktesystem eine zusätzliche Bewertung der Regelverstöße:

zur Kategorie A gehören schwerwiegende Delikte, zum Beispiel

  • stark überhöhte Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 km/h
  • Überfahren einer roten Ampel
  • Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
  • Missachten der Vorfahrtsregeln
  • zu geringer Sicherheitsabstand
  • Unfallflucht

zur Kategorie B gehören weniger schwerwiegende Delikte, zum Beispiel

  • technische Fahrzeugmängel
  • telefonieren mit dem Mobiltelefon ohne Freisprecheinrichtung

Bereits ein Delikt der Kategorie A oder zwei Delikte der Kategorie B lösen Anordnungen der Straßenverkehrsbehörde aus. Diese reichen von der Verlängerung der Probezeit bis hin zum Entzug der Fahrerlaubnis.

Sanktionsstufen

Eintragungen von Verkehrsdelikten der Kategorien A oder B führen – unabhängig vom Punktestand – nach einem Drei-Stufen-System zu folgenden Sanktionen:

Sanktionsstufe

Verkehrsdelikt

Maßnahmen

1. Stufe Ein A-Delikt
oder
zwei B-Delikte
Die Teilnahme an einem Aufbauseminar wird angeordnet und die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre.
2. Stufe Ein weiteres A-Delikt
oder
zwei weitere B-Delikte
Verwarnung und die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung wird empfohlen.
3. Stufe Ein weiteres A-Delikt
oder
zwei weitere B-Delikte
Die Fahrerlaubnis wird entzogen.

Beginn und Ende der Probezeit

Die Regel-Probezeit beginnt mit dem Tag der Aushändigung des Führerscheins und beträgt auf den Tag genau zwei Jahre. Eine Verkürzung war früher mal möglich, heute nicht mehr.

Wird man innerhalb der Zwei-Jahres-Frist bei Verkehrsverstößen erwischt, die zu einer Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar führen, verdoppelt sich die Probezeit auf vier Jahre.

Die Probezeit gilt erst dann als erfolgreich bestanden, wenn auch die sogenannte Überliegefrist von einem Jahr abgelaufen ist. Dieses Jahr ist eine Art Sicherheitspuffer für die Behörden. Es könnte ja sein, dass noch während der Probezeit Verkehrsverstöße begangen wurden, die aber noch nicht rechtskräftig sind oder dem Verkehrszentralregister noch nicht mitgeteilt wurden.

Ist die Probezeit erfolgreich abgelaufen, gilt der Führerschein automatisch unbeschränkt. Eine Mitteilung darüber bekommen Sie nicht.

Wann zum Aufbauseminar?

Als Faustregel gilt: Bußgeldbescheide ab 60 Euro und mindestens einem Punkt in Flensburg ziehen fast immer die Verpflichtung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar nach sich. Geldstrafen bis 55 Euro dagegen sind Verwarnungen z.B. für Falschparken, geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen etc., sie wirken sich nicht auf die Probezeit aus.

Wird ein Aufbauseminar angeordnet, muss die Teilnahme innerhalb der gesetzten Frist nachgewiesen werden. Geschieht das nicht, wird der Führerschein so lange eingezogen, bis die fehlende Bescheinigung vorliegt.

Punktekonto

Punkte für Ordnungswidrigkeiten im Verkehrszentralregister werden bei Fahranfängern nicht vor Ablauf der Probezeit getilgt. 

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Irrtümer vorbehalten. Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt. Stand: 1.5.2014

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